Challanges, die niemals viral gehen

Wovon sprechen die nun wieder?

Viral gehen..... Na ja, könnte ja was mit Virus zu tun haben... Virus = Grippe, Schnupfen, Husten, etc., all diese kleinen Teufelchen, die in schneller Zeit möglichst viele anstecken und ins Bett katapultieren.

 

Nicht so aber in der modernen Zeit, im modernen Sprachgebrauch. Viral ist etwas cooles - voll krass würde man jetzt denken, aber auch dieser Ausdruck ist ja schon so was wieder von veraltet. Eigentlich ein Wunder, dass die "ältere" Generationen überhaupt noch verstanden wird, wenn sie spricht und sich nicht mit den neuzeitlichen Wörtern ausdrückt. Eine wahre Challenge der Generationen.....

 

Profilieren und gesehen werden um jeden Preis

Eigentlich ist es ja so, dass eine sogenannte Challenge überall verbreitet wird oder werden soll, egal welchen Unsinn sich darin spiegelt. Hauptsache die ganze Welt versucht das nachzuahmen und es ist ebenfalls egal, ob es (gesundheits-)schädigend ist oder nicht - Hauptsache dumm genug. Möglichst viele Likes, Klicks, Posts, Tweets und so weiter sind das Ziel. Profilieren und gesehen werden um jeden Preis.

 

Aber was ist nun mit den Challenges, die nie viral gehen werden?

Das sind die Ruhmestaten der Duckmäuser, diejenigen, die nicht den Mut haben, ihre Taten genauso ins Netz zu stellen und sich zu profilieren, wie die anderen. Hier einige Beispiele solcher Challenges:

- Challenge des Litterings

- Challenge der Zerstörung fremden Eigentums

- Challenge des Spiegelabtretens an Autos

 

Tja, da kann man sich fragen, wo diese "Helden" der Nacht sind. Ist es die gleiche Generation, die uns nun vorhält "ihre Kindheit zerstört zu haben"? Die Aufträge erteilt, die Welt zu retten, ohne selber in der Lage zu sein, das aktiv zu tun - ausser mit Schulschwänzen und grosse Sprüche an den Tag zu legen. Wo sind all diese jungen Aktivisten, die sich selber regulieren und gegenseitig darauf aufmerksam machen, den Abfall in dem ein Meter entfernten öffentlichen Abfallkübel zu werden? Wo sind sie, diese Auftraggeber, die die Schule schwänzen ohne sich gegenseitig klar zu machen, dass das Zerstören fremden Eigentums, das Zumüllen fremder Orte (Plätze, Strassen, Parkplätze, etc.) eigentlich ein Auftrag an sich selber ist, die Welt  zu retten - in kleinen Schritten vor der eigenen Haustür zuerst, dann, wenn das mal begriffen ist, kann dieser Auftrag ausgeweitet werden. In der althergebrachten Sprache würde das heissen: "Liefern, nicht lafern/palavern".

 

Ihr, die uns mit Plastik der Mutter Natur beraubt

Alles ist in Plastik eingeschweisst - das ist absolut verwerflich und nicht in Ordnung. Vor dem Internet-Zeitalter war der Virus noch ein Virus und nicht ein künstliches Modegebilde. Aber der Mensch hat sich gewandelt: ein bisschen Erde an der Karotte bedeutet heutzutage ja fast den Tod, somit muss alles hochreinraum-hygienisch abgepackt werden, also hat der Plastik seinen Platz gefunden. Und um die Effizienz für diese Verpackungsindustrie zu steigern, muss jede Karotte 10,1275 cm lang und 1,7356741 cm dick sein, keinen Bogen aufweisen und und und. Bei McDonalds ist der Burger auch auf der ganzen Welt gleich - ob er gut ist oder nicht, ist jedem persönlich im Empfingen überlassen - und die üppige Verpackungen dazu ebenfalls. Diese netten Verpackungen, die wir 50cm neben den Mülltonnen vorfinden oder netterweise auf den verschlossenen, privaten Containern von bewohnten Häusern. Kurz gesagt die Hinterlassenschaften der Generation "ihr habt unsere Kindheit zerstört" liegt dann uns jeweils zu Füssen, damit wir sie wegräumen.  Auch diese Challenge wird niemals Einzug ins WorldWideWeb finden - igit, etwas aufzeigen, das mit persönlichem Littering und Zerstörung zu tun hat. Geht gar nicht, denn dann wäre es ja auf bestimmte Personen rückführbar - also muss sofort der Datenschutz herhalten und die Anonymität gewährleistet werden; der Schaden soll ja dem anderen verbleiben und nicht dem Ursache aufs Portemonnaie gedrückt werden.

 

Eine weitere Challenge ist.....

....sich über dieses Thema auszulassen, mit der Gewissheit, dass ganz viele Leute sich heutzutage nur noch damit beschäftigen, jegliche Meinungsäusserung abzutun als

- hysterisch

- das wird heute viel zu eng gesehen

- ist doch gar nicht so schlimm

- die Versicherung zahlt das ja schon ("man muss nur ein Foto dazu einreichen"....)

- die jungen Leute müssen sich frei entwickeln können

 

Eines ist aber sicherlich gewiss: für Shitstorm und dummes Gelaber findet sich im WWW ausreichen Platz. Das erinnert mich dann immer an den Spruch, der bei uns im Klassenzimmer zu lesen war: "Vor dem Mund aufmachen Gehirn einschalten". Das hatte als Schüler dazumal sehr irritiert, aber heute darf man sagen, dieser Lehrer war der Zeit weit voraus. Es sei ihm an dieser Stelle grosser Dank ausgesprochen.